Lengenbach

Geografie & Geschichte

Die Grube Lengenbach gehört zu den Top 5 Mineralienfundstellen der Welt. Auf 70 Quadratmetern kommen 168 Mineralien vor (Stand September 2022)! Die Grube wurde durch die Engländer 1774 entdeckt. Es gibt 49 Typmineralien, das heisst, 49 Mineralienarten wurden zum ersten Mal hier entdeckt. 26 davon findet man nur bei der Grube Lengenbach! Die Grube Lengenbach liegt etwa in der Mitte des Binntals. Die Grube ist für Besucher gesperrt. Es gibt aber eine Halde, wo Material aus der Grube hingeschüttet wird. Dort kann man auch schöne Mineralien finden. Alle Mineralien vom Lengenbach auf meiner Seite stammen von der Halde.


Rutil

2016 habe ich bei der Grube Lengenbach einen perfekt ausgebildeten doppelendigen Rutil gefunden. Ich war mir am Anfang nicht ganz sicher was es war, aber bei den Zürchern Mineralientagen habe ich ihn bestimmen lassen. Die Experten fanden den Rutil auch sehr schön!

Bildbreite 1.2mm
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Lengenbachit (blätt­rig)


Im Sommer 2020 war die Halde zwar sehr voll mit Material, aber ich fand fast nichts. Kurz bevor wir gehen wollten, fand ich einen 50×10 cm grossen Block. Ich schlug zum Spass darauf, er spaltete genau bei einem Lengenbachithohlraum! Schnell trug ich den Block zu meinem Vater. Wir spalteten ihn in viele Stücke. So fanden wir noch viele andere Lengenbachite und Mineralien, die ich noch nicht eindeutig identifiziert habe! Der Lengenbachit ist einer der ersten Mineralien, das am Lengenbach neu beschrieben wurde. Der Lengenbachit gehört zu den 26 Mineralien, die nur am Lengenbach vorkommen!

Kugelspahlerit mit aufgewachsenem Lengenbachit-Stern und Wurtzit

Kugelige Kristalle entstehen, wenn Temparatur und Druck hin und her schwanken. Dabei wird die Stoffzufuhr angehalten, nachher wieder fortgesetzt. Wenn das einige Male passiert ist, entstehen rundliche Kristalle. Auf diesem Kugelsphalerit ist ein sehr schöner Lengenbachit aufgewachsen. Auf dem Sphalerit sind kleine Wurtzite aufgewachsen. Dies ist nicht verwunderlich, da Wurtzit eine Hochdruck-Modifikation von Sphalerit ist.

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Lengenbachit (stängelig)

Vom 5-6. September 2020 war ich wieder im Binntal. Auf der Halde lag fast kein Material. Ich fand nur diesen einen Lengenbachit und den fast perfekten Sphalerit unten. In der Mitte sieht man eine spezielle Verwachsung.

Turmalin und Hemimorphit

In einem grauen Dolomit fiel mir schon immer ein hellgelber Kristall neben dem Hemimorphit auf. Nachdem ich ein bisschen von dem Dolomit weggekratzt habe, sah ich, dass es ein zweifarbiger Turmalin ist. Zwischen dem Turmalin und Hemimorphit sitzt ein Dolomitkristall.

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Sphalerit

Dieser (fast) perfekte Sphalerit ist im direkt hinter einer "Calcitnuss".

Sphalerit neben Realgar

2019 habe ich auf der eher leeren Halde diesen ziemlich spektakulär aussehenden Sphalerit gefunden. Der Sphalerit ist in einem realgarreichen Stein.

Hemimorphit mit Quarz

Das ist ein sehr schön ausgebildeter Hemimophitkristall. Hemimorphit ist das Oxidationsprodukt des Sphalerits. Der Quarz ist oben abgebrochen.

Sphalerit (Zinkblende)

Als ich 2018 auf der Halde diesen Sphalerit gefunden habe, habe ich gedacht, dass es Anatas ist. Nach einer Weile habe ich bemerkt, dass es bei der Lengenbach fast keinen Anatas gibt. Deshalb bin ich drauf gekommen, dass es wahrscheinlich Sphalerit ist.

Pyrit in Pyrit

Dieser bunt angelaufene Pyrit in Pyrit ist etwa 2 mm gross. Die zwei interessant ineinander verwachsene Kristalle, sind in einem Hohlraum, welcher fast ganz von Pyrit besetzt ist.

Sartorit (?) mit Pyrit

Als ich 2019 meine Funde aus 2018 durchgeschaut habe, habe ich dieses merkwürdige Mineral gefunden. Ich glaube, dass es Pyrit ist, aber dass es oben so metallisch glänzt ist untypisch. Bei den Zürchern Mineralientagen habe ich es den Experten gezeigt, aber auch er konnte nicht mit Sicherheit sagen, was das Metallische genau ist. Nach langen Recherchen habe ich einige ähnliche Stufen ausfindig gemacht. Auch wenn ich nicht ganz sicher bin, vermute ich, dass es Sartorit mit verwittertem Pyrit ist.